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Ungleichheit im Gesundheitsbereich verringern: Der Bundesrat wird deutlich

Der Bundesrat legt seine neue Gesundheitsaussenpolitik vor – und findet zu einem fortschrittlichen Ansatz für seine künftigen Arbeiten auf der Ebene der globalen Gesundheit.

Wir haben lange auf das Dokument gewartet – und eigentlich schon nicht mehr damit gerechnet, dass es je und dass es gut kommt. Und dann ist sie am 15. Mai vom Bundesrat verabschiedet worden – die neue Gesundheitsaussenpolitik der Schweiz (GAP). Nachdem sich landauf landab Verbände und Nichtregierungsorganisationen zurzeit mit der doch ein wenig mutlosen Botschaft des Bundesrates zur internationalen Zusammenarbeit 2021-2024 beschäftigen, bietet die gesundheitsaussenpolitische Strategie eine doch einigermassen erstaunliche Lektüre.

Ungleichheiten angehen als roter Faden

Es gibt einige im positiven Sinne ermutigende Signale des Bundesrates innerhalb seiner Strategie, wie er die verschiedenen staatlichen Stellen kohärent in Themen der internationalen Gesundheitspolitik strategisch führen möchte. Eine der Leitlinien sei aber hier hervorgehoben. Der Bundesrat anerkennt, dass Ungleichheit einer der wesentlichen Faktoren der Gesundheit ist. Bereits in den Leitprinzipien schreibt er: „Zur Verwirklichung der Gesundheitsaussenpolitik ist ein umfassender Ansatz erforderlich, der die für die Gesundheit massgeblichen Faktoren berücksichtigt, den Menschen in den Mittelpunkt stellt und bestehende Ungleichheiten angeht.“

Gesundheitsdeterminanten

Die Thematik der Ungleichheit schreibt er in der Strategie verschiedentlich fort: Sie ist Teil der Analyse zu den Herausforderungen und wird als eines der grossen Hindernisse im Zugang zur Gesundheitsversorgung erkannt. Er nimmt sie im Rahmen des Engagements der Schweiz in verschiedenen Aktionsfeldern wieder auf, insbesondere, wenn er das Schweizer Interesse am Aktionsfeld der Gesundheitsdeterminanten begründet: „Die Schweiz will dazu beitragen, auf die sozioökonomischen und ökologischen Faktoren einzuwirken, um die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen zu verbessern und die Ungleichheiten im Gesundheitsbereich zu verringern.“

Die GAP kommt auch in anderen Bereichen fortschrittlich daher: Sie bekennt sich klar zu den Menschenrechten und schreibt einen Punkt fest, den Medicus Mundi Schweiz (MMS) schon länger fordert: Gesundheit im humanitären Kontext soll eine bedeutendere Rolle erhalten. Wir werden die GAP noch vertiefter analysieren. Sicher ist nicht alles Gold, was hier glänzt. Ein Fortschritt gegenüber der Vorgängerversion ist dieses Dokument aber bestimmt.

Martin Leschhorn Strebel
Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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