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Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz: Bundesrat mit Nachhaltigkeitslücken

Mit dem Bericht „Wie nachhaltig ist die Schweiz?“ legt die Zivilgesellschaft einen fundierten Bericht zur Umsetzung der Agenda 2030 vor. Der schwächelnde Länderbericht des Bundesrates fällt demgegenüber weit hinter eine überwunden geglaubte Ära zurück.

Es war ein Moment des Aufbruchs, als die UN-Generalversammlung 2015 die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung verabschiedete. Mit dem neuen globalen Rahmenwerk trat die internationale Gemeinschaft in eine neue Ära, um die globale Entwicklung bis 2030 so zu gestalten, dass unser Planet für kommende Generationen ein menschenwürdiges Leben sichert.

Der Clou der Agenda 2030 besteht darin, dass alle Staaten, unabhängig von ihrem Entwicklungsstand in der Verantwortung stehen, und dass alle siebzehn Zielbereiche nicht gesondert, sondern als voneinander abhängig angesehen werden.

Ein aufwändiger Prozess für die Katz

Die Schweiz hat die Aufgabe mit hohem Verantwortungsbewusstsein an die Hand genommen. Sie hat den UN-Gremien einen ersten Länderbericht bereits auf Juli 2018 versprochen. Und sie hat einen aufwändigen und inspirierenden Prozess durchgeführt, um Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Bericht einzubeziehen. Damit hätte sichergestellt werden sollen, dass der Länderbericht eine fundierte Grundlage für die Umsetzung der Agenda 2030 in der Schweiz gebildet hätte.

Nachhaltigkeitsdimensionen widersprechen dem Denken in Silos

Hätte: Was der Bundesrat nun vorgelegt hat, ist eine Absage an den Geist der Agenda 2030, indem er sich ihrem integrativen Charakter verweigert. Der Sonderbeauftragte für globale nachhaltige Entwicklung der Schweiz, Botschafter Michael Gerber, beschrieb diesen Kern der Agenda 2030 in einem Beitrag fürs MMS Bulletin im Februar 2016 sehr schön: „Die drei Dimensionen des Nachhaltigkeitskonzepts – Wirtschaft, Soziales und Umwelt – ziehen sich durch die gesamte Agenda und finden sich zugleich in jedem einzelnen Ziel. Dadurch lässt sich kein Ziel mehr verfolgen, ohne gleichzeitig relevante Aspekte anderer Ziele zu berücksichtigen.“ Der Bundesratsbericht fällt demgegenüber weit zurück und kommt in einer Silo-Logik längst vergangener Zeiten daher.

Dass es auch anders geht, zeigt der heute erschienene Bericht der zivilgesellschaftlichen Plattform 2030 „Wie nachhaltige ist die Schweiz?“. Medicus Mundi Schweiz hat am Bericht konzeptionell mitgearbeitet und zusammen mit dem Schweizerischen Roten Kreuz und Sexuelle Gesundheit Schweiz das Gesundheitskapitel verfasst. Dabei haben wir ganz im Sinne der Agenda 2030 die Situation in der Schweiz wie auch weltweit gleichwertig analysiert und in ihren Verbindungen zu den siebzehn Zielbereichen dargelegt. Im ganzen Bericht kommt das in den Realitäten der Welt und der Schweiz verankerte Wissen höchst unterschiedlichster Organisationen zusammen. Er atmet den Geist der Agenda 2030 und wird für die Schweiz zur ersten eigentlichen Referenz für die Umsetzung der Agenda 2030.

Martin Leschhorn Strebel
Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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