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Generation SDGs: Streiks gegen die Klimakatastrophe für einen globalen Wandel

Mit einer neuen weltweiten Jugendbewegung hat dieses Jahr durchaus hoffnungsvoll begonnen. Doch statt in Hoffnung zu erstarren, sollten wir uns nun an die notwendigen Veränderungen für die Zukunft unseres Planeten machen.

Seit geraumer Zeit enden entwicklungspolitische Dialogveranstaltungen immer gleich: Die national-konservative Rechte mache in der Schweiz und weltweit solchen Druck auf die internationale Zusammenarbeit, dass wir unbedingt beweisen müssten, dass wir etwas gegen die „Migrationsströme“ machten. Nicht, dass Migration nicht durchaus ein Problem ist. Doch wenn man schon von „Strömen“ und „Fluten“ sprechen möchte, dann bitte in jenen Weltgegenden, in welchen eine unvergleichbar höhere Zahl an MigrantInnen fliehen mussten und wo die vorhandenen Ressourcen um ein vielfaches geringer sind als in reichen Ländern. Ich spreche von Ländern wie der Türkei, Pakistan oder Uganda.

Lokal, national, global

Sich auf diesen national-konservativen Diskurs einzulassen, ist aus verschiedenen Gründen problematisch. Erstens werden wir mit erfolgreicher internationaler Zusammenarbeit Migration nicht bekämpfen können – und damit drohen wir sie mittelfristig zu delegitimieren. Zweitens lenken wir von den wirklichen Ursachen von Unterentwicklung und Migration ab. Drittens schwächen wir die selbstkritische Reflexion über die eigene Arbeit und das ethische Fundament erfolgreicher Zusammenarbeit – die Solidarität.

Und viertens übersehen wir beim Starren darauf, was nationalkonservative Kreise sagen, wichtige gesellschaftliche Entwicklungen mit hohem Veränderungspotential: Dazu gehört die global sich bewegende, national sich koordinierende und lokal handelnde SchülerInnenschaft, die sich mit Streiks gegen die Klimakatastrophe wenden.

Eigenverantwortung ist gut – kollektives Handeln besser

Hören wir doch diesen 15- bis 18jährigen genau zu, wie politisch sie reden und auf die Zukunft ausgerichtetes Handeln von den EntscheidungsträgerInnen verlangen. Auf den an sie gerichteten Vorwurf, sie sollten doch selbst verantwortungsvoll handeln und etwa keine Billigflieger mehr benutzen, antworten sie: Natürlich soll jeder einzelne sein Handeln ändern, doch das reicht nicht: Es braucht die ganze Gesellschaft und es braucht ein glaubwürdige Politik, die den richtigen Rahmen für verantwortungsvolles Handeln setzt.

Diese neue Jugendbewegung denkt politisch, international und in gesamtgesellschaftlichen Kontexten. Kurz: Hier kommt die Generation der UN-Nachhaltigkeitsziele. Hier kommt die Generation SDG, die verstanden hat, dass schöne Papiere nicht reichen, sondern dass es weltweites, kollektives Handeln braucht, um die Zukunft dieses Planeten zu retten. Als AkteurInne der internationalen Zusammenarbeit sollten wir dieser Generation gut zuhören: Hier können wir tatsächlich etwas lernen.

Martin Leschhorn Strebel
Geschäftsführer Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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