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Equity in Health: Die Verantwortung der Schweiz für gesunde Lebensbedingungen

Seit einiger Zeit stellt Medicus Mundi Schweiz (MMS) ein Jahresthema in den Vordergrund seiner inhaltlichen Arbeit. Vor zwei Jahren waren es die nichtübertragbaren Krankheiten, letztes Jahr die Zukunft der Basisgesundheitsversorgung. Das waren jeweils klar fassbare und gleich verständliche Themen. 2019 trumpft MMS nun mit „Equity in health“ auf.

Und beim Anglizismus beginnt gleich das Problem: Wie lässt sich „equity“ übersetzen? Fairness? Gerechtigkeit? Gleichheit? Im Englischen schwingen alle Dimensionen mit. Und eine kurze Recherche für dieses Editorial zeigt, dass das Problem nicht nur in einem mangelnden klaren Begriff im Deutschen liegt, sondern dass selbst im Englischen über die Begriffsdeutung diskutiert wird.

Soziale Determinanten der Gesundheit

Klar ist, dass in der globalen Gesundheit Equity in Zusammenhang mit der Konzeptualisierung der sozialen Determinanten der Gesundheit zum zentralen Begriff geworden ist. Seit dem bahnbrechenden Bericht der WHO-Kommission über die sozialen Determinanten der Gesundheit wurde verschiedentlich bestätigt, dass der ungleiche Zugang zu Macht, Geld und Ressourcen den Grad der Gesundheit in einer Gesellschaft bestimmen.

Prozesse der Ungleichheit

Anknüpfend an unser Manifest „Gesundheit für all in einer Generation“ heisst dies, dass wir für Gesundheitspolitiken kämpfen, welche die Gleichheit im Zugang zu sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Bedingungen stärkt, die ein gesundes Leben ermöglichen. Das heisst aber auch, dass wir all die Prozesse besser verstehen lernen müssen, welche Ungleichheit hervorbringt, Menschen in die Armut treiben, Gemeinschaften den Zugang zu einer umfassenden Gesundheitsversorgung verunmöglichen.

Und wenn wir genau diese Prozesse besser verstehen, lässt sich auch die Rolle der Schweiz ermessen, die sie mit ihrer Wirtschafts- und Aussenpolitik in den Prägungen dieser weltweiten Lebensbedingungen spielt. Wenn wir in unserem Manifest schreiben, dass es in der internationalen Zusammenarbeit nicht um Hilfe, sondern um Gerechtigkeit geht, meinen wir genau dies: Eine politische und wirtschaftliche Praxis der Schweiz, welche das Recht auf Gesundheit weltweit und in der Schweiz selbst stärkt.

Martin Leschhorn Strebel
Geschäftsführer Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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