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Business as usual gegen nichtübertragbare Krankheiten?

Nichtübertragbare, chronische Krankheiten werden in der internationalen Gesundheitszusammenarbeit gerne verdrängt. Mit einem MMS Bulletin und dem anstehenden Symposium zeigt das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz die Relevanz der Thematik auf.

Seit 2008 arbeite ich nun für das Netzwerk Medicus Mundi Schweiz – und von Anfang an und immer wieder taucht das Thema der nicht-übertragbaren, chronischen Krankheiten (NCDs) auf. Immer wieder haben wir es aufgegriffen – und dann auch wieder fallen gelassen. Mit der neuen, seit dem Januar laufenden Strategie, soll die Thematik nun mehr Gewicht und Kohärenz innerhalb unserer Arbeit erhalten. Wir wollen die NCDs aus ihrem Stiefmütterchendasein befreien, in welchem sie innerhalb der internationalen Gesundheitszusammenarbeit stecken. Es scheint, als mögen unsere Wohlstandskrankheiten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Diabetes einfach nicht so recht zu Weltregionen mit tiefen Einkommen passen. Tatsache aber bleibt, dass 80%, der an diesen Krankheiten frühzeitig sterbenden Menschen in Ländern mit tiefem und mittlerem Einkommen leben.

Herausgeforderte Gesundheitsversorgung

Eine wichtige Rolle dabei wird unser MMS Symposium am 2. November in Basel spielen. Dabei interessieren uns zwei Fragen besonders: Was bedeutet die globale NCDs-Epidemie für die Organisation der Gesundheitsversorgung in Ländern mit schwachen Gesundheitssystemen? Was bedeutet sie für die Zukunft der internationalen Gesundheitszusammenarbeit in einem nach schnellen Ergebnissen rufenden politischen und gesellschaftlichen Umfeld? Und schliesslich, aber nicht zuletzt wollen wir wissen, was wir tun müssen, um die NCDs verursachenden Faktoren anzugehen? Denn diese liegen in der Art und Weise, wie etwa die Lebensmittel- und Nahrungsmittelindustrie sowie die Tabakindustrie weltweit die Lebenswelten zu bestimmen versucht. Die NCDs-Epidemie sagt uns sowohl auf der Ebene der Gesundheitsversorgung wie auch auf der Ebene des globalen Handels eines: Business as usual geht nicht.

MMS Bulletin zu psychischer Gesundheit

Einer ganz anderen Dimension der NCDs haben wir uns in der jüngsten Ausgabe des MMS Bulletins zugewandt – derjenigen, der psychischen Gesundheit in der internationalen Zusammenarbeit. Es liegt eine Ausgabe unserer Fachzeitschrift vor, welche die Debatten auf globaler Ebene thematisiert und auch unterschiedlichen Aspekten der konkreten Arbeit verschiedener Organisationen und Institutionen nachgeht.

Eine sehr anregende und lehrreiche Lektüre für die kommenden Sommerwochen – und ich freue mich schon jetzt darauf, Sie dann, wenn es wieder kühler wird, in Basel an unserem Symposium zu begrüssen.

Martin Leschhorn Strebel
Geschäftsführer Netzwerk Medicus Mundi Schweiz

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